16. Juli 2015

Head in the clouds | Über das Erwachsenwerden


Eigentlich gibt es nicht viel zu diesem Bild zu sagen.
Ich habe das Bild sehr gedankenlos angefangen und es entwickelte sich ganz von selbst. Während ich normalerweise eine bestimmte Vorstellung habe, wie das Ergebnis am Ende aussehen soll, habe ich hier bis zum Ende noch nicht gewusst, wohin das Bild gehen soll. Insgesamt habe ich nur eine Stunde gebraucht. Aber während des Malens habe ich viel an das gedacht, das mich zur Zeit beschäftigt: Vorausschauen.



In meinem Kopf geht gerade sehr viel vor. Gerade in diesen Momenten male ich furchtbar gerne. Für mich ist es ein Ausgleich, eine Art Meditation. Ich bin keine Person, die ihre Sorgen gerne auf die Leinwand bringt - ich beschäftige mich lieber mit etwas ganz anderem.
Trotzdem, glaube ich, beeinflussen meine Gedanken auch den Werdegang, gerade bei ungeplanten Bildern. Mir war es gar nicht bewusst, wie sich die Stimmung auf diesem Bild manifestiert hat. Ich sehe es erst jetzt, wo ich mir die Fotos noch einmal ansehe.
Ich stehe kurz vor dem ersten mal 'auf eigenen Beinen stehen'. Bald ziehe ich weg - weit weg. Meistens macht mich dieser Gedanke froh, aber manchmal mischt sich zu der Vorfreude und der Aufregung auch eine gehörige Portion Angst dazu. Angst - wovor eigentlich? Vor der Einsamkeit, die mich dort erwartet? Davor, mein Leben nicht alleine meistern zu können? Vor dem Gefühl, den falschen Weg eingeschlagen zu haben? Oder vor der Veränderung im Allgemeinen?
Vermutlich von allem ein bisschen.


Irgendwann fing ich an darüber nachzudenken, was es denn heißt, erwachsen zu werden und was ich mir für mich wünsche.
Viele sagen zu mir mit mahnendem Unterton "Werd erwachsen!". Es ist ein Vorwurf, den sie mir immer wieder machen, wenn ich über das Träumen im allgemeinen oder über meine ganz speziellen Träume rede. Es verletzt mich immer wieder, weil die Menschen mir das Gefühl geben, dass Träume etwas Verwerfliches seien.


Ich zweifle oft an mir selbst. 
Manchmal glaube ich diesem 'Werd erwachsen' und möchte einfach alles hinschmeißen. Aber darum geht es nicht, wenn man vom Erwachsenwerden spricht. Es geht nicht darum, sich den Blazer und den Stiftrock überzuziehen und irgendwo als eine Angestellte zu enden, wie andere es von einem erwarten. 
Im Grunde genommen geht es mir darum, zu überleben, ohne sich die Kugel geben zu wollen. Es geht darum, wunden zu flicken, aus Rissen Blumen blühen zu lassen, und das Leben so zu gestalten, dass man gerne nach hinten schaut, ohne das vor einem aus den Augen zu lassen.

Ich bin nun einmal ein Träumer. Ich werde immer mit dem Kopf in den Wolken stecken. 


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