11. Juli 2015

Meet Aurora | ein Selbstportrait.


Mit dem Zeichnen fing alles an.
Wenn ich ehrlich bin kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich die Liebe zum Zeichnen entdeckt habe. Es ist fast so, als sei ich damit auf die Welt gekommen worden, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Meine erste Kindheitserinnerung ist, dass ich mich in der Wohnung meiner Großmutter hinter den Gardinen versteckt hatte, weil es auf der Fensterbank so schön hell war und meine Farben dort besonders leuchteten.
Es war meine erste Leidenschaft.
Doch als ich meinen ersten Wasserfarbkasten bekam, war es vollends um mich geschehen: Das Malen wurde zu meinem Atem, ich brauchte es. Wann immer Zeit war, malte und skizzierte ich wie eine wilde.



Die bildende Kunst wurde früh zu meinem Gesicht.
Menschen kannten und nannten mich auch nur so. Ich war die Person, die so gut malen kann. Ich war mir felsenfest klar: Ich will Künstlerin werden. Und das, obwohl ich mir nie andere Gedanken zu Berufen gemacht habe.
Mitte der Pubertät war ich allerdings einer Verbissenheit verfallen, die mir viele Jahre lang meine Liebe zum Feind machte. Ich war unzufrieden mit dem, was ich machte, weil ich nicht das hinbekommen habe, was andere konnten. Irgendwann fing ich nicht einmal an, ohne es schon aufgegeben zu haben. Ich war wütend, enttäuscht und traurig zugleich. Und doch war ich zu ungeduldig, um dem ganzen seine natürliche Zeit zu lassen. Die Zeit, die ich an meinen Malsachen verbrachte, wurde immer weniger, bis ich irgendwann gar nicht mehr zeichnete.
Rückblickend war dieser Jähzorn wichtig. Wichtig, denn ich fing an, Neues auszuprobieren. Es waren genau zwei weitere Leidenschaften, die hinzukamen: Die Musik und die Literatur.


Aber eigentlich stimmt das nicht.
Ich war schon immer ein sehr vielseitig interessierter Mensch. Ich habe, wie meine Mutter immer sagte, so viele interessen wie meine Bilder Farben haben. Und es hörte nicht auf, immer mehr zu werden.
Wenn man es auf eine Sache herunterbrechen müsste, dann würde ich sagen: Ich liebe es zu lernen. Sei es ein neues Musikstück, das ich auf der Harfe spiele, oder sei es eine neue Kultur, die ich mit all meinen Sinnen entdecken kann. Ich liebe das Gefühl, neue Perspektiven kennenzulernen oder von Erfahrungen zu lesen, an die ich vorher noch nicht einmal gedacht habe.
Ich war schon immer ein sehr ängstlicher Mensch und hatte so meine Probleme mit Neuem. Sich aus dem sicheren Kreis seiner bisher bekannten Dinge zu wagen, war trotzdem erheiternd und motivierend zugleich.


Der Schritt vom Groben zum Detail gibt Dingen erst die richtige Würze.
Mittlerweile studiere ich Musik und Philosophie. Denn wie sich über die Zeit herausgestellt hat, sind dies die beiden Dinge, mit denen ich mich intensiv beschäftigen möchte. Alles andere in meinem Leben, die Liebe zum Schönen, das Reisen, meine Gedanken, das Essen und das Schreiben, soll aber nicht vernachlässigt werden. Ich möchte hier einen Platz dafür schaffen. 

Und das Malen?
Ich bin nach wie vor nicht ansatzweise so gut, wie ich es will. Aber ich finde es nicht mehr schlimm. In all den Jahren ohne habe ich gemerkt, dass mein Herz immer noch dafür schlägt und es auch immer tun wird. Es ist, nach wie vor, ein großer Teil von mir.
Ob das, was ich mache, denn wirklich Kunst ist... das ist eine andere Frage. Ich habe es nie gelernt, sondern immer nur getan.
Aber immerhin: Nach 19 Jahren habe ich mich zum ersten Mal gemalt.


1 Kommentar:

  1. Wow, das Bild ist wunderschön. Ich liebe den Kontrast zwischen den vielen bunten Farben und dem Schwarz.
    Meine große Leidenschaft ist die Musik. Ohne mein geliebtes Piano käme ich nicht zurecht.
    Liebe Grüße,
    Vicky
    http://briefeanvictoria.blogspot.de

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